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Warum Bio-Kleidung?

An erster Stelle steht natürlich die Gesundheit Ihres Babys. Besonders Neugeborene haben eine sehr emfindliche Haut, die Hautbarriere ist noch nicht ausgereift, sodass Schadstoffe in Textilien direkten Einfluß auf die zarte Babyhaut nehmen können und in den Kreislauf des Babys weitertransportiert werden. Mit dem Kauf von GOTS oder IVN zertifizierten Waren beugen Sie Hautirritationen vor und schützen Ihr Baby vor schädlichen Chemikalien.

Ein weiterer positiver Effekt beim Kauf von Bio-Textilien ist der aktive Umweltschutz und die Sicherung einer lebenswerten Natur auch für künftige Generationen. Bei der konventionellen Textilproduktion wird eine Vielzahl unterschiedlicher Chemikalien verwendet die auf unterschiedlicher Weise Mensch und Umwelt schaden. Besonders Gebiete in denen konventionelle Baumwolle hergestellt werden sind aufgrund der Monokultur und der Verseuchung durch Pestizide teilweise jahrzehntelang nicht mehr nutzbar. Dies bringt, neben den offensichtlichen Auswirkungen für die Umwelt auch erhebliche Probleme für die dort lebenden Menschen mit sich. So liegen Felder brach und Einheimische werden an den Rand der Existenz getrieben, da sie Ihre Felder nicht mehr wirtschaftlich nutzen können.

Wenn Sie bei zertifizierten Bio-Produkten auf die Labels IVN und GOTS achten, schützen Sie nicht nur die Umwelt. Diese beiden Labels zertifizieren außerdem ausschließlich Betriebe, die fair mit ihren Angestellten und allen Zuliefern umgehen. Dies beinhaltet u.a. die Themen Arbeitssicherheit, gerechte Löhne, Anspruch auf Krankenversicherung und Ausschluß von Kinderarbeit.

Der nachfolgende Artikel zur Greenpeace Studie von 2012 ist leider immernoch aktuell:

20.11.2012, 10:42 Uhr       web.de

So giftig ist Ihre Kleidung

Textilien gängiger Modemarken enthalten krebserregende und hormonell wirksame Giftstoffe. Das fand die Umweltschutzorganisation Greenpeace in einem weltweiten Test heraus.

Bei der eingehenden Untersuchung der Textilien berücksichtigte Greenpeace insgesamt 141 Kleidungsstücke, die in 29 Ländern eingekauft wurden. Darunter befanden sich sowohl Artikel für Herren und Damen, als auch für Kinder. Getestet wurden Bekleidungsstücke wie Jeans und Hosen, T-Shirts, Kleider und Unterwäsche. Ins Visier der Untersuchung rückten dabei populäre Unternehmen. Insgesamt analysierten Wissenschaftler Textilien von 20 Herstellern.1

Nachweis von Giftstoffen

Schockierend ist dabei die Tatsache, dass in wirklich jedem Kleidungsstück der berücksichtigten Herstellungs- und Einkaufsländer giftige Stoffe nachgewiesen wurden. Getestet wurden die Textilien vor allem auf krebserregende Farbstoffe, gesundheitsschädliche Weichmacher (Phthalate) und Nonylphenolethoxylate (NPE). Nonylphenolethoxylate konnten dabei in 89 der 141 Kleidungsstücke nachgewiesen werden. Die unter die "besonders besorgniserregenden Stoffe" fallenden hormonstörenden Phthalate wurden in vier Kleidungsstücken gefunden.2 Zwei Artikel enthielten sogar krebserregende Amine, die bei der Verwendung bestimmter Farbstoffe entstehen.

Schwere Folgen für Gesundheit und Umwelt

Inwieweit stellen diese Kleidungsstücke nun aber eine Belastung für unsere Gesundheit dar? Christiane Huxdorff, Chemie-Expertin von Greenpeace, ist sich sicher: "Von der Produktion bis zur Entsorgung schaden gefährliche Textilchemikalien Umwelt und Gesundheit. Auch wenn Textilien in China, Mexiko oder Pakistan produziert werden, sind die eingesetzten Schadstoffe in unserem Blut nachweisbar." Zudem, so die Expertin, würden die Modehersteller weltweit Flüsse als private Abwasserkanäle missbrauchen und so das Trinkwasser von Millionen von Menschen verschmutzen.

In der Tat werden Chemikalien durch das Fabrikabwasser in die Umwelt geleitet, wie eine Abwasseruntersuchung der Umweltschutzorganisation im Jahr 2011 bestätigt. Schwache Gesetze in den Herstellerländern und ein schlechtes Chemikalienmanagement der Modemarken führen dazu, dass diese Abfallstoffe in Flüsse, Seen und Trinkwasser fließen. Besonders schädlich ist dabei NPE, dass sich in der veränderten Umgebung zu Nonylphenol (NP), einer giftigen, persistenten und hormonell wirksamen Chemikalie abbaut. Dieser Giftstoff gelangt über Fische und Wildtiere in die Nahrungskette.

Chemikalien auch in deutschen Gewässern

Trotz strengerer Gesetze innerhalb der EU, konnten die Stoffe auch in deutschen Gewässern nachgewiesen werden. Hauptgrund für die Verunreinigung sind laut Umweltbundesamt importierte Textilien. Ein Greenpeace-Test zeigte, dass ein hoher Anteil der NPE-Rückstände und anderer wasserlöslicher Textil-Chemikalien bei der Haushaltswäsche herausgewaschen wird. Für uns als Verbraucher bedeutet dies zwar, dass wir beim Tragen der Kleidung weniger mit den giftigen Stoffen belastet werden. Doch für unsere Umwelt und unser Trinkwasser entsteht durch die Reinigung eine zusätzliche Belastung.

Kampf gegen giftige Substanzen

Um so wichtiger ist es, den Einsatz solcher Chemikalien von Beginn an zu verhindern. Denn selbst deutsche Klärwerke können NPE nicht komplett abbauen. Vielmehr beschleunigen sie die Umwandlung des Stoffes in das noch giftigere NP. Die einzige Möglichkeit, die Ableitung der giftige Stoffe in die Umwelt zu verhindern, ist eine schadstofffreie Produktion. Einige Marken haben bereits eine solche giftfreie Herstellung angekündigt.

Aber auch Verbraucher können im Kampf gegen Giftstoffe mitwirken. Vor allem die schnelllebige Mode und der damit einhergehende Konsum ist für die Massen- und Billigproduktionen verantwortlich. 2011 haben deutsche Verbraucher knapp sechs Milliarden Kleidungsstücke gekauft - auf dem Müll landen jährlich eine Million Tonnen.3

Meiden sollten Sie Kleidungsstücke mit den Hinweisen "separat waschen" oder "vor dem Tragen waschen". Die Farbstoffe dieser Textilien haften schlecht und können von der Haut aufgenommen werden. Auch Hinweise wie "bügelfrei" oder "knitterarm" sind sichere Hinweise auf chemische Substanzen.

http://www.greenpeace.de/themen/chemie/nachrichten/artikel/die_giftige_masche_der_modemarken/